Unser Volker

Volker Riebeling

26.Oktober 1943 - 20.August 2018


Meinen persönlichen Worten folgen weiter unten noch einige Nachrufe, geäußert von befreundeten Musikerkollegen, die ich mit deren ausdrücklicher Genehmigung auch hier zitieren darf. Sein letztes öffentliches Konzert gab Volker Riebeling am Donnerstag, den 1.Februar 2018, mit "Alte Jazzmusik" im Anno Tubac in Bonn für "Jazz in Bonn e.V."; seinen letzten musikalischen Auftritt überhaupt absolvierte er am Sonntag, den 11.Februar 2018, in Iserlohn bei einer Veranstaltung der Kreishandwerkerschaft. Leider konnte ich dabei nicht mitwirken, da ich zeitgleich in Duisburg im musikalischen Einsatz tätig war. Volker Riebeling und ich begegneten uns erstmals iim Herbst 1991 bei den "Dixie Small Stars"; am 22.Juli 1994 spielte er erstmals mit meiner damals noch sehr jungen "Lutzemanns Jatzkapelle" in Hagen-Haspe beim Kinder- und Jugendzirkus Quamboni. Einige unserer gemeinsamen Erlebnisse und Erinnerungen sind in meinen Büchern nachzulesen, so z.B. in den Jubiläumsbüchern (2008 & 2018) meiner "Lutzemanns Jatzkapelle".

Volker und ich waren nicht nur musikalisch befreundet, sondern auch all die Jahre über in einem regen geistigen Austausch über viele, viele Themen oder wie man sagt: "über Gott und die Welt"... Für uns beide war des weiteren die gesamte Bandbreite des Humors ( von extrem platt bis extrem feinsinnig wie auch schwarzer Humor ) oft eine wesentliche Hilfe, mit all den Dingen, mit denen man im Leben konfrontiert wird, umzugehen. In den Monaten nach der Diagnose traten der Humor wie auch die Musik, die er so liebte, jedoch schrittweise mehr und mehr in den Hintergrund und machten Platz für philosophische und spirituelle Gespräche. Diese führten wir auch all die Jahre zuvor schon regelmäßig, doch sie nahmen im Sommer 2018 mehr und mehr Raum in unserer Kommunikation und Freundschaft ein.

Wir kannten uns fast drei Jahrzehnte und waren das Gros dieser Zeit - seit Herbst 1993 - sehr eng miteinander befreundet. Die Musik fühte uns gemeinsam durch die Karibik (Oktober & November 1996), nach England (Anfang Februar 2013) und durch das gesamte Bundesgebiet. Unvergeßliche Erinnerungen!


2018 feierten wir mit meiner "Lutzemanns Jatzkapelle" unser 25jähriges Bestehen – ein guter Grund zur Freude, doch leider überschattet durch Volker Riebelings Erkrankung und Tod. Volker, der die Ansicht vertrat, es sei besser, frühzeitig von der Bühne abzutreten solange man noch leistungsstark sei statt erst dann aufzuhören, wenn einen niemand mehr hören wolle, hatte sich mit mir abgestimmt, bei den wichtigen Konzerten des Jubiläumsjahres noch mitzuwirken, um sich dann ab Anfang 2019 aus der Septett-Besetzung meiner Lutzemänner zurückzuziehen und nur noch mit dem Übungstrio mit Horst Langstengel und mir Dienstags zu proben und gelegentlich aufzutreten. Doch leider kamen die Dinge anders, als er Anfang März 2018 die Diagnose erhielt, an Bauchspeicheldrüse, Leber und im gesamten Unterleib schwer erkrankt zu sein. Volker unterrichtete dann Jörg Kuhfuß und Michael Schneider bereits im März, mich jedoch erst am 10.April, weil er mir mit dieser Hiobsbotschaft nicht meine private Norwegenreise (24.3. - 8.4.) verderben wollte. Ich danke für diese Rücksichtsnahme, hätte es jedoch wahrscheinlich auch verkraftet, es bereits im März zu erfahren. Doch er tat es so wie er es für richtig hielt und das war in Ordnung!

Zunächst bat mich Volker nur um die Information einiger weiterer Freunde und engerer Kollegen in der Jazzszene wie z.B. Bert Brandsma und Wilfried Schubert, jenen alten musikalischen Weggefährten, die 1996 und 1998 bei den von Volker organisierten Kreuzfahrten mitwirkten und mit denen Volker sich seit jeher eng verbunden fühlte. Die Jazzszene selbst sollte jedoch (noch) nicht darüber informiert werden, weil er befürchtete, mit ständigen Anrufen und Nachfragen nach seinen Befindlichkeiten überhäuft zu werden. Er selbst räumte jedoch in der ihm noch verbleibenden Zeit seiner Frau und seiner Tochter absolute Priorität ein, wofür alle Musikerkollegen und musikalischen Freunde sicherlich Verständnis aufbringen können sollten. Dieser engste Kern seiner Familie verbrachte noch einige sehr intensive Monate gemeinsam mit ihm.

Noch im Frühjahr 2018 besuchten sie noch verschiedene Plätze wie auch ihnen wichtige Menschen im gesamten Bundesgebiet, was man als seine persönliche Abschiedstournee deuten kann. Ab Mai besuchten Horst Langstengel und ich Volker regelmäßig in Hemer, meistens Dienstags zu den Zeiten unserer üblichen Proben, die wir seit 2010 bis zum Februar 2018 regelmäßig durchgeführt hatten. Volkers Gesundheitszustand schien im Mai und Juni 2018 recht stabil zu sein – von einer ersten Sepsis Anfang Mai, die man jedoch mit Antibiotika in der Klinik in den Griff bekam, abgesehen, merkte man ihm die Schwere seiner Erkrankung kaum an. Dennoch, das war ein erster Warnschuß!

In Abstimmung mit Volker sorgte ich dafür, daß Volkers jazziger Nachlaß in die richtigen Hände verteilt wurde – es landete nicht alles im Hause Eikelmann, teils aus Platzgründen, teils jedoch deswegen, weil es anderswo besser platziert werden konnte – zum Beispiel bei Bert Brandsma, der Volkers höchster Wertschätzung gewiß sein konnte. Obendrein empfand ich es so, daß ich allein mit der Menge seines musikalischen Nachlasses überfordert war und sah größere Chancen, diesen Nachlaß zu erhalten und musikalisch zu verwerten, wenn ich auch weitere Jazzer wie z.B. Michael Schneider daran teil haben ließ. Es nützt ja nix, wenn ein Nachlaß nur irgendwo deponiert wird. Musikalische Impulse gehören zu den interessierten Musikern. Ich bin zuversichtlich, daß durch diese Maßnahmen Volkers Jazz-Lebenswerk erhalten bleibt und auch in den kommenden Jahren Früchte tragen wird.

Wichtig war mir jedoch auch, daß ich das geplante Jubiläumsbuch „Spuren im Sand – ein Vierteljahrhundert Lutzemanns Jatzkapelle“ noch im Juni 2018 vorlegen konnte, um Volker gegenüber meine Wertschätzung und Dankbarkeit noch einmal deutlich zu seinen Lebzeiten zum Ausdruck zu bringen, was ihn auch sehr erfreute. Das Buch deutet die ernste gesundheitliche Situation Volkers nur an, legt aber auch besondere Schwerpunkte auf seine Verdienste um "Lutzemanns Jatzkapelle" einerseits und seine musikalischen Ideale andererseits. Volker bemerkte, damit sei sein Nachruf praktisch schon geschrieben.

Als wir am Freitag, den 15.Juni, wieder einmal in dem kleinen Theater des Bochumer Kulturrat auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Lothringen konzertierten, hatten sich alle Musiker frühzeitig eingefunden. Wie mit Volker besprochen rief ich ihn an und Jörg, Michael, Bert, Udo und Bastian konnten noch einmal mit Volker telefonieren. Das war gewissermaßen sein Abschied von den langjährigen musikalischen Mitstreitern.

Dennoch verfolgte Volker weiter interessiert das Geschehen, so ließ er sich von mir ausführlich von unserer LJK-Präsenz beim Jazzfestival „Quedlinburg swingt!“ (22. - 24.6.) berichten – er war nun 2012, 2013 und 2015 selbst dreimal mit unserer gemeinsamen Band dort zu Gast gewesen und hatte vor wenigen Jahren noch einmal, wie man sagt, „zwischen den Jahren“ eine private Urlaubsreise in diese geschichtsträchtige Stadt am Ostrand des Harz unternommen.

Im Juli 2018 verschlechterte sich sein gesundheitlicher Zustand jedoch zusehends. Meheren Sepsis-Vorfällen, die diesmal nur mit weitaus größerer Mühe gestoppt werden konnten, folgte dann am 28.Juli das Leberversagen, was die finale Etappe einläutete, wenn ich das so sagen darf. Als Michael Schneider und ich ihn noch einmal am Mittwoch, den 1.August, für drei bis vier Stunden besuchten, sah man ihm diesmal Verfassung und Schwäche an. An diesem Tag aß er das letzte Mal noch „gut“ = zwei Teller Suppe wie wir anderen auch. Doch als wir uns von ihm und Tina verabschiedeten, meinte er: „Es macht jetzt keinen Sinn mehr, 'Auf Wiedersehen' zu sagen!“ Dann umarmte er uns. Nicht gerade typisch für ihn, der sich, was Umarmungen betrifft, doch eher distanziert verhielt und äußerst sparsam damit war, aber es war ihm wohl wichtig. Und uns auch! Als Michael und ich im Anschluß zunächst in Gevelsberg am Vogelsang chinesisch essen gingen und dann noch einige Stunden auf meiner Terrasse in Volmarstein saßen, wurde uns der Ernst der Lage deutlich bewußt. In den folgenden Tagen telefonierten Volker und ich noch wiederholt miteinander, zuletzt am Donnerstag, den 9.August 2018. Dann ging es für mich erst einmal ein paar Tage in den Norden Deutschlands – am Sonntag, den 12.August, spielten wir mit LJK in Hamburg beim “City Jazz Walk“, am folgenden Montag ging es für mich weiter nach Usedom, von wo aus ich noch im Namen aller in Hamburg mitwirkenden Lutzemänner eine Postkarte an Volker und Tina schrieb. Es folgten die Auftritte mit Michael Schneiders neuem Musikprojekt in Zinnowitz am 18. und 19. August, dann ging es am Montag, den 20.August, wieder heim von Usedom nach Wetter an der Ruhr. Auf diesem Rückweg erfuhr ich von Tina Riebeling, daß Volki am Montagmorgen gegen 00:30 Uhr heimgegangen sei.

Einige Tage später folgte der Briefumschlag mit schwarzem Rand, der jedoch nicht nur die offizielle Trauerbotschaft, sondern auch einen kurzen, persönlichen Brief Volkers an mich, geschrieben am 3.August 2018, enthielt. Von einigen persönlichen Worten abgesehen enthielt dieser handgeschriebene Brief auch noch eine Botschaft an Lutzemanns Jatzkapelle. Volker schrieb: „Ich wünsche Dir und allen Kollegen & Freunden weiterhin viel Freude und viel Erfolg mit der Musik – ob mit oder ohne verse!“ Als ich das las, mußte ich schmunzeln – selbst in seinen letzten Lebenstagen vergaß er nicht seine langjährige musikalische Mission, in welcher er der Jazzszene vermitteln wollte, daß man nicht nur über den Refrain (chorus) eines Stückes rödeln also improvisieren, sondern auch die Strophen (Englisch: verse) ins Arrangement einbeziehen solle, was in den meisten Jam-Session-artigen Interpretationen vieler Jazzbands seit Jahrzehnten meist in Vergessenheit geraten war. Diese Mission brachte ihm u.a. den Spitznamen "Verse Volker" ein. 

Nun denn, meine lieben Leute – weiter geht’s also mit dem Leben und mit der Musik – ob mit oder ohne verse!

Volker, der nicht nur seinen musikalischen Nachlaß noch zu Lebzeiten geregelt, sondern auch seine Beisetzung detailiert geplant hatte, wurde dann am Sonnabend, den 1.September 2018, auf dem Waldfriedhof in Hemer in einem Urnenbegräbnis beigesetzt. Die Trauerfeier wurde seinem Wunsch entsprechend nicht Trauergottesdienst, sondern „Abschiedsfeier“ genannt und die Gäste kamen nicht in Schwarz, sondern wunschgemäß in Volkers Lieblingsfarbe Blau gekleidet. Doch das waren letztendlich nur Äußerlichkeiten, die aber ganz in Volkers Sinne waren. Der Abschiedsgottesdienst war sehr persönlich gestaltet und der Pfarrer, der auch Volkers Konfiormationsspruch zu einem Schwerpunkt seiner Predigt machte, ließ Volkers Leben noch einmal Revue passieren. Neben dem Jazz war die Musik des großartigen Musikers Wolfgang Amadeus Mozart Volkers große musikalische Liebe und so war es ganz in seinem Sinne, daß unser Freund Werner Hußendörfer, ehemaliger Soloklarinettist des Philharmonischen Orchesters Hagen und über viele Jahre hinweg Volkers Klarinettenlehrer, gemeinsam mit Volkers Frau Christina Riebeling einige Mozart-Kompositionen als Klarinetten-Duett darbot.

Auf dem Weg zum Ruhebaum schritt Lutzemanns Jatzkapelle in kleiner Besetzung vorweg. Getragenen Spirituals wie Just A Closer Walk With Thee, Glory Glory Halleluja, diversen Blues-Titeln wie u.a. St.James Infirmary etc. folgten letztendlich auch im Sinne Volkers fröhlichere Spiritualweisen wie Just A Little While To Stay Here, Down By The Riverside und When The Saints Go Marching In. Jörg Kuhfuß, Michael Schneider und ich hätten an jenem Datum von 11.00 bis 14.00 Uhr eigentlich in Hückelhoven im Rheinland spielen sollen, doch der Abschied von unserem Freund hatte Priorität. Zwar benötigte es drei Tage des Telefonierens, bis ich mit Michael Lemperle (Trompete), Les Webb (Klarinette) und Andreas Hammen (Sousaphon) die drei Ersatzleute für den Job in Hückelhoven organisiert hatte, doch war es für uns keine Frage, daß wir in Hemer dabei sein wollten. Andere Musiker und engere Freunde Volkers, die sich beim besten Willen nicht frei machen konnten – so Holger Werner, Bert Brandsma, Benny Korn und Bastian Korn –, bedauerten dies sehr und ließen ihre herzlichsten Grüße ausrichten. Neben Jörg (Trompete), Michael (Posaune) und mir (Sousaphon) wirkten noch Horst Langstengel (Banjo) und Jörg Knothe (Trompete) bei Volkers letztem Geleit aktiv mit. Letzterer gehörte zu Volkers Berliner Jazzfreunden, mit denen er sich alljährlich zu Jahresbeginn im Havelland zu Wildschweinessen und gemeinsamen Jazzereien traf. Und in Volkers jungen Jahren hatten sie bereits gemeinsam bei der Bundeswehr Jazz gespielt. Und so vereinigten sich Anfang und Ende seiner Jazzlaufbahn in einer Besetzung.

Ende?!? Wer weiß... unser lieber Kollege Michael Meranke, einer der besten Gitarristen und Banjospieler in unserer Szene, schrieb mir am 18.9. noch eine e-mail mit einigen Presse-Beiträgen zum Thema Volker Riebling, die seine in Hemer wohnenden Eltern ausgeschnitten hatten. Michael kommentierte u.a.: „Er wird bestimmt oben im Himmel mit der Klarinette swingen wie die Hölle.“ Ja, das hoffe und glaube ich auch. An kompetenten Musikerkollegen wird’s in des Erzengel Gabriels Orchester gewiß keinen Mangel geben. Und vielleicht weiß Volker inzwischen auch, ob meine Intuition richtig liegt, daß sich hinter Mozart und Jelly Roll Morton vielleicht die gleiche Person verbirgt...

Es gäbe noch viel über Volker zu erzählen, doch nicht alles heute. Ich lasse nun einige von Volkers musikalischen Freunden zu Wort kommen. Die Wertschätzung seiner Person als Mensch und Musiker war womöglich weitaus größer als es ihm selbst bewußt war.

Es gab auch einige rasche Reaktionen auf die Nachricht von Volkers Heimgang. Benny Korn simste mir umgehend am 20.August 2018: „Ich werde ihn vermissen!“, sein Zwillingsbruder Bastian annähernd zeitgleich: „Es war für mich eine besondere Ehre mit ihm spielen zu dürfen!“ Udo Jägers schrieb per e-mail in den folgenden Tagen: „Da, wo Volker jetzt ist, geht es ihm bestimmt gut unter all den Jazzern, die schon verstorben sind.“

Es wird gerne vergessen, daß der Jazz, bei all den Vermarktungen und Kommerzialisierungen, die dieser Musikstil schon in seiner Geschichte durchlief, er eigentlich einen wesentlichen Teil seiner Ursprünge in religiöser Musik findet, seien es christliche Kirchenlieder oder afro-amerikanische Spirituals. Doch seit diversen Schallplattenaufnahmen der 1920er und 1930er Jahre hält sich bis heute in Jazzerkreisen der Glaube, daß der Erzengel Gabriel, der Gottes Botschaften per Schrift(rolle) und Posaune, also mit Wort und Musik verbreitet, im Himmel eine gewaltige Bigband aus allen verstorbenen Jazzmusikern um sich herum versammelt... na, dann wird’s ja laut genug sein, wenn am jüngsten Tage nicht nur zum jüngsten Gericht, sondern auch zur Auferstehung der Toten geblasen wird, hihi...

Michael Schneider schrieb am 23.August auf seiner Facebook-Chronik: „Zwischen all den Projekten, die zur Zeit laufen, möchte ich diesen ruhigen Moment nutzen, einen Abschiedsgruß an Volker Riebeling zu senden, der vor wenigen Tagen von uns gegangen ist. Ich werde Deinen Humor und die vielen schönen Stunden, die wir gemeinsam beim Musizieren und tiefsinnigen Gesprächen hatten, sehr vermissen! Mach's gut Volker!“

Christoph Lauff (Jolly Jazz Fools/Bad Bramstedt) sprang einst gelegentlich bei LJK für Volker ein, wenn dieser verhindert war – so bei den Usedom-Reisen der Band im Sommer 2000 und im Spätsommer 2004. Im Frühjahr 2005 hatte ich bei einer kurzen Norddeutschlandtour beide vereint in einer Besetzung. Chris und Volker wußten sich gegenseitig sehr zu schätzen, denn es hatte menschlich wie musikalisch zwischen ihnen gut harmoniert, und so blieben sie in den Folgejahren in Verbindung und Kommunikation, um sich einerseits ernsthaft über Musik auszutauschen, andererseits aber auch an Witzen aller Art gemeinsam zu erfreuen.

Als ich ihn im Sommer 2018 anrief, um ihn a) über den Stand der Dinge hinsichtlich Volker zu informieren und b) zu fragen, ob er in ein paar Wochen mit LJK in Hamburg spielen könne, zeigte er sich zwar erfreut, wieder mit uns spielen zu können, aber zugleich geschockt über Volkers Erkrankung. Als Christoph dann am Abend des 20.August durch mich von Volkers Tod erfuhr, schrieb er umgehend Folgendes auf seiner Facebook-Chronik: Ich habe Volker Riebeling vor vielen Jahren in Lutz Eikelmanns Jazzband kennen gelernt und einige Male mit ihm gespielt. Wir sind über all die Jahre im Kontakt geblieben, und die heutige Nachricht von seinem Tod trifft mich tief. R.I.P, Volker, du warst ein feiner Kerl, ein hingebungsvoller Musiker, und dein feinsinniger Humor wird mir fehlen.“

Unser langjähriger Freund Franz Schreiber (Grabower Blasmusik), in dessen Sägewerk der Erfolgszug Lutzemanns Jatzkapelle 1994-1998 Fahrt aufnahm, hatte im Laufe unserer Bandgeschichte den Weg von Soest und Möhnetalsperre über das Sauerland nach Mecklenburg-Vorpommern genommen. Wir waren aber immer in Verbindung geblieben. Ob in alten Sägewerk-Zeiten der 1990er, ob beim Sägewerk-“Revival“ 2008, ob im Sauerländischen Schmallenberg oder später bei den Festivals in Quedlinburg – LJK samt Volker und Franz begegneten sich immer wieder. Kurz nach Volkers Heimgang schrieb er daher bei Facebook die folgenden Worte: „Ich erlaube mir ein Foto zu kopieren, weil ein toller Mensch und Musiker von uns gegangen ist. Volker war Musiker in Lutzmanns Jatzkapelle, oft im Sägewerk mit der Band ,aber ich hatte auch die Ehre mit ihm musizieren zu dürfen – ich bin traurig, dass er so früh gehen musste. R.I.P Volker! Wir werden Dich vermissen, aber nie vergessen!“ Und des weiteren (bereits am 20.8. als Kommentar von Christoph Lauffs Posting, s.o.!): Es macht mich sehr traurig – Volker war ein toller Mensch, wieviel Spaß hatten wir bei seinen Auftritten – entweder im Sägewerk oder wenn ich dabei sein durfte – ein sehr trauriger Tag!“

Und nun soll abschließend noch unser friesischer Freund und Schlagzeug-Kollege Markus Rehbock, der mit Volker bei den Quedlinburger Festivals 2012, 2013 und 2015 gemeinsam jazzte, abschließend zu Wort kommen: „Ein toller Mensch, Kamerad und Kollege ist von uns gegangen. Es war immer schön und lustig mit dir. Ich werde dich nicht vergessen , lieber Volker. r.i.p.“

Von vielen Anderen, die Volker schätzten, ganz zu schweigen – viele persönliche Gespräche/Telefonate u.a. mit Manfred Mons (Jazzclub Mülheim/Ruhr), Toeppel Butera, Manfred Möhl, Henning Langhage, Reinhold Platte, Thomas Guthoff, Dirk Landwehr, Jörg Drewing u.v.a., die ihr Mitgefühl zum Ausdruck beachten, bestätigten mir: Volker war eine sehr respektierte Persönlichkeit innerhalb unserer Jazzszene! – – – – Dank Michael Merankes Eltern erfuhr ich auch von einem Presseartikel, der am 28.August 2018 in der Hemeraner Lokalpresse unter dem Titel „Trauer um beliebten Arzt“ erschien. Darin liest man unter dem Bild, welches ihn als Jazzer mit Strohhut, Weste und Klarinette zeigt: „Nicht nur als Arzt, sondern auch als Musiker ... kannten viele Bürger Dr.Riebeling.“ Des weiteren berichtet die Presse u.a. auch vollkommen richtig: „Er war nicht nur als Arzt, sondern auch als Musiker hochgeachtet und beliebt. ... Nach seinem Studium in Freiburg, Innsbruck und Wien, der Ausbildung zum Internisten und Beschäftigung in verschiedenen Kliniken leitete er seit 1989 fast zwei Jahrzehnte lang als Chefarzt die 'Innere Medizin' der Paracelsus-Klinik. ... Seine große Leidenschaft war die Musik ... Der Klarinettist spielte in verschiedenen Bands und Orchestern, gehörte zu den Mitbegründern von Lutzemanns Jatzkapelle. Die Hemeraner erlebten ihn zuletzt bei der musikalischen Lesung in der Stadtbücherei. Seine ansteckende Fröhlichkeit und feinsinniger Humor bleiben unvergessen. ...“

Am Freitag, den 28.September 2018, gaben wir im "Haus der Stadt" in Düren eins der Jubiläumskonzerte "25 Jahre Lutzemanns Jatzkapelle 1993-2018" und Bert Brandsma, im Hauptberuf seit 2012 Solo-Klarinettist der "Big Chris Barber Band", interpretierte "Petite Fleur" und widmete es in der Ansage des Titels unserem Volker. Wenn Bert am 1.September in Hemer hätte dabei sein können, hätte er - Volkers Wunsch entsprechend - die Nummer alleine im Abschiedsgottesdienst dargeboten; da das nicht möglich war, gab es diesen Freundschaftsdienst praktisch vier Wochen später. Am folgenden Tag, Sonnabend, den 29.September 2018, spielten wir mit LJK erneut unter dem Jubiläumsmotto auf - diesmal beim großen Jazz Brunch im Sparkassenkarrée in Hagen/Westfalen. Hier, wo Volker etliche Male mit uns aufgetreten war, spielten wir für Volker noch ein letztes Mal "Just A Closer Walk With Thee" und gedachten ihm noch einmal öffentlich.



Mehr gibt es für den Augenblick nicht zu sagen.



Diskographie Volker Riebeling:

wird noch vervollständigt!

CD * Lutzemanns Jatzkapelle: Herz im Takt * (1997)

CD * Seetours: Jazz meets Klassik * (1998)

CD * Lutz Eikelmanns Dixie Hitparade * (2002)

CD * Management Symphony * (2002) mit Herbert Blomstedt

CD * Lutz Eikelmann präsentiert die deutsche Jazzlegende Hawe Schneider* (2002)

CD * 10 Jahre Lutzemanns Jatzkapelle: For Collectors Only * (2003)

CD * Hessenjazz * (2003)

CD * 13 Jahre Lutzemanns Jatzkaapelle: Calling My Children Back Home * (2006)

CD * Streetlife Leverkusen * (2007)

CD * 15 Jahre Lutzemanns Jatzkapelle: Das Original * (2008)

CD * 20 Jahre Lutzemanns Jatzkapelle: Made In Germany * (2013)

Des weiteen taucht Volker Riebeling u.a. in folgenden Büchern auf:

2008 Lutzemanns Jatzkapelle: Alltag & Abenteuer einer 'German Jazzband' (Berlin)

2011 Klaus Neumeister & Lutz Eikelmann: Begegnungen - wie der Jazz unsere Herzen gewann (Bad Bramstedt)

2017 Lutz Eikelmann: Heriberts Zeitreisen (Berlin)

2018 Lutz Eikelmann: Der Kaiser im Berg (Berlin)

2018 Lutz Eikelmann: Spuren im Sand - ein Vierteljahrhundert Lutzemanns Jatzkapelle (privates Buch) Hddd

Lutz Eikelmann  |  eikelmann-hagen@t-online.de